Immer nicht am Meer
Tja Leute, ich schreibe euch schon heute!
Um 17 Uhr war das Treffen mit den Polen angesagt, und wir wollten ans Meer. Einfach nur ans Meer. Der Weg ergab sich ganz von selbst, da wir zuerst nach Comacchio wollten, auch “Klein Venedig” genannt. Dort gibt es einige Brücken und Kanäle, jedoch ist die Qualität meiner Fotos nicht berauschend, weswegen ich sicher im Sommer mal mit dem Bike hinfahren werde, um gscheite Fotos zu machen. Echt unglaublich dass es in einem so kleinen Dorf so viele “Wasserwege” geben kann.
Naja wie dem auch sei. Nach der Besichtigung der üblichen baulichen Gegebenheiten wie schiefen Türmen und Stadtdom, ging die Fahrt weiter in das schöne Touristenkaff Lido di Spina, das zur Zeit genau von 5 Einwohnern bewohnt sein dürfte. Echt unglaublich wie diese Dörfer abseits der Saison aussehen. Man trifft keine Menschenseele, und auch die Fenster sind fast alle dunkel. Mir kam es wie in einer Geisterstadt vor.
Verkehrsübertretungen und Verwirrungen später standen wir am eigentlichen Ziel unserer Reise: Dem Meer. Das Problem war nur, nachdem wir die nicht unerheblichen Absperrungen der Strandbars überwunden hatten, dass das Meer aus uns unerklärlicher Ursache nicht dort war wo wir es vermuteten. Wir gingen sicher 5 Minuten am Strand richtung Brandung und dem typischen Rauschen, doch das Meer war nicht gesehen.
So machten wir niedergeschlagen kehrt, und diskutierten, wer denn zum Himmel nochmal das Meer gestohlen haben könnte, und wo es denn sei. Meine Theorie, nämlich dass es jede Nacht abgelassen werde, wurde hinweggefegt, und zwar mit dem Hinweis, dass die Italiener viel fertigbrächten, ihr technisches Wissen jedoch gegen Null ginge, und es deswegen
a) eine simple, oder
b) irgendeine andere Erklärung
dafür geben müsse.
Also rein ins Auto, und zum nächsten Ort. Es wäre ja peinlich zu Hause erzählen zu müssen, am Meer gewesen zu sein, aber das Meer nicht gesehen zu haben. Also gelangten wir zu dem nächsten Kaff, welches wenigstens ein wenig belebt war. Und, wie war der Name dieses Ortes?
Nein nicht Lido, sondern Porto di Garibaldi. Und wie wir wissen kann Garibaldi nie verkehrt sein. Also die gleiche Prozedur wie oben schon genannt, nur mussten wir diesmal nur 1 Minute gehen. Und siehe da, das Meer gibt es wirklich. Zwar kalt und nass, aber es existiert. Womit sich meine Theorie wirklich nicht bestätigt hatte, und nachdem wir es ausgiebig fotografiert hatten, liessen wir den Abend bei einem guten Fragolino und einer Pizza in Ferrara wieder ausklingen. Zufrieden, das Meer gesehen zu haben, und zufrieden keinen Autounfall gehabt zu haben verabschiede ich mich nun und harre morgen (nein heute, is ja schon Sonntag) der Ankunft meines Rades und selbstverständlich meiner Eltern aus.
lg nach Graz



