Hallo Leute!
Heute ist alles vollbracht. Die Zelte sind quasi abgebaut. Die Bestätigung des Auslandssemesters der Universität Ferrara hab ich in der Tasche. Mit dem Heim ist alles geregelt. Und plötzlich kam der Schock. Der kleine Mann mit dem großen Hammer. Und er traf mich mit unvorstellbarer Wucht! Soll dies alles gewesen sein? Sollte es jetzt enden? Ist es das Ende eines wunderschönen Semesters voller Erfahrungen? Nicht alle Erfahrungen waren positiv, auf jeden Fall aber lehrreich. Ich habe wundervolle Menschen aus vielen verschiedenen Ländern getroffen. Freunde gefunden. Freunde verloren, mich selbst dafür gefunden. In jeder Hinsicht war die Entscheidung ein Semester ins Ausland zu gehen die wichtigste und auch beste Entscheidung in meinem Leben. Nun weiss ich was ich will, was ich kann, und was ich nicht schaffe. Ich kenne mich nun endlich in allen Facetten und ich weiss nun endlich wer ich bin. Man soll aufhören wenn es am schönsten ist. Das trifft hier leider zu. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge blicke ich auf diese gefühlsintensivste Zeit meines Lebens zurück, und kann nur sagen: Ferrara, du siehst mich wieder!
Und zwar ganz sicher. Und auch alle anderen Leute, die ich schätzen und lieben gelernt habe auf meinem Weg durch den Dschungel der Universität. Wobei ich auch hier nicht ungerecht sein will. Alles hat bis jetzt wunderbar geklappt, und wir werden sehen, wie es sich mit der Anrechnung weiterentwickelt. Ach ja, jetzt ist es offiziell: 50 gemachte ECTS Punkte, in 8 Prüfungen. Davon 1 Prüfung schriftlich, der Rest mündlich. Referate, Hausarbeiten, Kurse und pro Woche 25 Stunden Pflichtanwesenheit auf der Uni. Ich bin relativ stolz und auch erstaunt, was ich in der Lage bin zu leisten, wenn ich ein wenig motiviert bin. Und dies ist gleichzeitig eine der wichtigsten Erfahrungen gewesen die ich machen durfte.
Ein Auslandssemester ändert jeden. Anfangs versuchte ich diese Veränderung festzuhalten, zu sehen, doch das war der falsche Weg. Ich habe eingesehen dass diese Veränderung der Person schleichend vor sich geht, und dass sie immer leise zutage tritt. Doch wenn ich nun einen Blick zurückwerfe, muss ich gestehen, die Veränderung war wichtig, schmerzhaft, und dennoch auch schön. Nun kann ich die Welt in einem anderen Licht sehen, und auf alles so reagieren, wie ich es schon immer wollte.
La vie est un longe fleuve tranquille. Das mag zutreffen. Aber die einzelnen Jahre, Semester, Tage sind alles anderes als ruhig. Ich weiss jetzt schon dass ich meine Brasilianer, Deutschen, Polen, Belgier, Amis, Spanier und natürlich auch meine Italiener auf ewig vermissen werde. Nichtsdestotrotz werde ich dank Internet mit denen die mir was bedeuten immer in Kontakt bleiben werde. Und das ist das Wichtigste!!!
Ich hab es in diesem Blog schon einmal geschrieben. Ich kam mit einem beschränkten Horizont nach Ferrara, und zurück komme ich mit einem Horizont der so weit ist dass ich es selbst nicht erfassen kann. Ich freue mich schon so sehr drauf im September oder Oktober meine Freunde hier besuchen zu können, es ist der Wahnsinn!
Der geneigte Leser wird sich nun fragen warum ich diese Zeilen jetzt schon schreibe. Ganz einfach: ich hab noch 8 Tage Zeit, davon noch 7 mit meinen Freunden hier. Denn am Samstag, den 12. Juli heisst es Abfahrt. Und der Freitag wird der letzte Tag mit ihnen werden. Und das ist mir jetzt erst bewusst geworden. So viel ist noch zu tun, so viel ist noch zu sagen, und es bleibt zu wenig Zeit, das auszudrücken was man fühlt!
Habt eine schöne Woche, Graz du hast mich bald wieder!!!